WARUM DER 6. JUNI?

Bei der in Washington im Mai 1943 abgehaltenen Trident-Konferenzbeschließen die seit mehreren Monaten in den Operationen im Mittelmeer engagierten Alliierten den Grundsatz einer Landung an der Westküste Europas. Stattfinden soll die entsprechende Operation im Mai 1944. Im August wird den Stränden der Region Basse-Normandie vor denen der Region Pas-de-Calais der Vorzug gegeben.  

Im Dezember 1943 übernimmt General Eisenhower seine Funktion als Oberkommandant der mit dem Codenamen “Overlord” betitelten Operation. Unterstützt wird er von General Montgomery, der an der Spitze der Landstreitkräfte steht. Angesichts der vom COSSAC (dem unter der Leitung von General Morgan stehenden, mit der Vorbereitung der Operationen beauftragten Generalstab) entwickelten Pläne kommen die beiden Männer zu dem Schluss, dass der Landungssektor zwischen Grandcamp und Courseulles zu eng gewählt ist. Deshalb beschließen sie, zwei zusätzliche Strände in die Operation einzubeziehen: einen im Osten, zwischen Courseulles und der Orne-Mündung, und einen zweiten im Westen, an den Küsten des Cotentin, um die geplante Eroberung des Hafens von Cherbourg zu beschleunigen. Doch diese Änderung erfordert zusätzliche Mittel, insbesondere was Flugzeuge und Transport- sowie Sturmboote anbelangt. Deshalb wird der D-Day um einen Monat, auf den Juni 1944 verschoben.

Das genaue Datum und die exakte Uhrzeit des Ansturms bleiben noch zu bestimmen. Dabei gilt es, zahlreiche unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen. Rommel, der mit einem Angriff der Alliierten bei Flut rechnet, hatte die Strände mit entsprechenden Hindernissen gespickt. Der Angriff muss folglich bei halber Flut erfolgen, um zu vermeiden, dass die Kähne in die sogenannten “Rommelspargeln” einrammen. Für den Einsatz der Luftstreitkräfte wiederum ist eine Vollmondnacht notwendig. Und schließlich hat die Marine, die die deutschen Verteidigungsstützpunkte 45 Minuten vor der Landung bombardieren soll, die Absicht, im frühen Morgengrauen zu operieren, um ihre Ziele besser zu sichten. Diese drei Bedingungen (Halbflut im Morgengrauen nach einer Vollmondnacht) sind nur wenige Tage pro Monat erfüllt. Eisenhower setzt deshalb den Beginn der Operation auf den 5. Juni fest, wobei die Möglichkeit einer Verschiebung auf den 6. oder 7. Juni besteht.

Aufgrund des Anfang Juni über dem Ärmelkanal herrschenden schlechten Wetters sieht sich Eisenhower gezwungen, die Landung vom 5. auf den 6. Juni zu verschieben, für den bessere Witterungsbedingungen vorausgesagt werden.

Aus allen diesen Gründen ist der Dienstag, der 6. Juni 1944 in die Geschichte eingegangen!