DIE OPERATION FORTITUDE

Fortitude lautete der Codename des Täuschungsmanövers, das die Alliierten inszeniert hatten, um die Deutschen im Hinblick auf den Zeitpunkt und insbesondere den Ort der Landung zu täuschen. Letztere waren der Überzeugung, dass die Engländer und Amerikaner vor Pas-de-Calais angreifen würden. Deshalb galt es, sie in diesem Irrglauben zu bestätigen. Man musste den Gegner davon überzeugen, dass eine ganze Heeresgruppe in Kent, auf der anderen Seite der Meerenge stationiert war.

Um die feindlichen Beobachtungsflugzeuge zu täuschen – die die DCA zu verfehlen vorgibt – sind die Flussmündungen, Buchten und Häfen mitPseudolandungsbooten bestehend aus allem möglichen Gerümpel vollgestellt. In der Nähe von Dover wird ein riesiger Erdölkomplex – aus Pappe – errichtet. In den Feldern werden große Mengen von Panzern abgestellt… dabei handelt es sich in Wahrheit um aufblasbare Gummipanzer. Fahrzeuge und Kanonen aus Sperrholz sind an den Straßenrändern postiert. In der Nacht durchqueren LKW-Konvois – immer die gleichen – die Region in alle Richtungen. Ein Technikerteam unterhält für die deutschen Ohren eine aktive Funkaktivität zwischen virtuellen Militäreinheiten.

Die Wirksamkeit des Plans Fortitude übertrifft alle Erwartungen. So warHitler noch lange nach dem 6. Juni der Überzeugung, dass die Landung in der Normandie ein einfaches Täuschungsmanöver war, um ihn dazu zu bringen, die im Pas-de-Calais stationierten Truppen abzuziehen, damit der entscheidende Ansturm von den Alliierten durchgeführt werden konnte. Die besten deutschen Einheiten blieben deshalb bis Ende Juli kampfbereit im Pas-de-Calais und beobachteten verzweifelt den leeren Horizont, während das Schicksal des Krieges in der Normandie ausgetragen wurde.