DIE KÜNSTLICHEN HÄFEN

Da die Deutschen die Häfen des Ärmelkanals in Festungen verwandelt hatten, war es für die Alliierten undenkbar, sie von vorne einzunehmen.

Sie benötigten jedoch Hafeninfrastrukturen, um die beeindruckende Mengen an Menschen, Material und Munitionen an Land zu schaffen, die für den Erfolg der Operation “Overlord” notwendig waren.      Hieraus entstand die von Winston Churchill selbst vorgebrachte Idee, künstliche Häfen einzusetzen, deren unterschiedliche Bauteile in England hergestellt und danach über den Ärmelkanal geschleppt würden, bevor sie an den Küsten der Normandie angebracht würden.

Neben der Entwicklung von Plattformen auf Pfählen zur Entladung von schwimmenden Straßen, die die Verbindung zum Festland gewährleisten sollten, bestand der spektakulärste Aspekt des Mulberry-Projekts zweifellos im Bau immenser hohler Betonblöcke, den sogenanntenPhoenix-Kästen, die die Reede des Hafens bilden sollten. Ihr Leergewicht reichte von 1 600 bis 6 000 Tonnen und die größten von ihnen waren 60 m lang und 17 m breit, ihre Höhe wiederum entsprach der eines fünfstöckigen Gebäudes.

Zwei künstliche Häfen sollten errichtet werden, der eine im amerikanischen Sektor vor Omaha Beach, der andere im britischen Sektor, vor Arromanches.

Um dieses gigantische Vorhaben zum Erfolg zu führen waren zahlreiche Baustellen und der Einsatz von insgesamt 40 000 Personen notwendig.