DAS PROJEKT PLUTO

Unter allen mit der Landung in der Normandie verbundenen Logistikproblemen, die sich aus einem hochmechanisierten Heer mit enormem Kraftstoffverbrauch ergaben, war die Kraftstoffversorgung sicherlich das wichtigste von allen.

Bereits im Jahr 1942 schlug Lord Mountbatten, der damalige Leiter der kombinierten Operationen, eine originelle Lösung vor, die darin bestandeine Unterwasserpipeline zu errichten. Nach zahlreichen, zunächst zögerlichen Versuchen wurden hierzu eigens halbstarre Rohre entwickelt. Sie sollten den Kraftstoff von der Insel Wight nach Cherbourg verfrachten. Um sie am Meeresgrund auszulegen wurden in den Schiffsräumen der für die Operation eingesetzten Schiffe riesige Rollen installiert. Ein weiteres System bestand in den sogenannten Conundrums, riesigen, mit kilometerlangen Rohrstrecken bestückten Spulen von 15 m Durchmesser, die von Lastkähnen gezogen wurden.

Die Operation erhielt den Namen P.L.U.T.O, was nichts zu tun hat mit dem berühmten Hund Walt Disneys sondern die Abkürzung ist für Pipe Line Under The Ocean.

Die Unterwasser-Pipeline wurde in Cherbourg Anfang August 1944 in Betrieb genommen. Doch bereits ab dem Monat Juni wurde die alliierten Armeen von einem anderen System versorgt. Vor Port-en-Bessin und Sainte-Honorine-des-Pertes wurden von Offshore-Tankern versorgteErdölterminals eingerichtet. Von dort aus wurden die alliierten Armeen über ein Kanalisationsnetz versorgt, das ihnen bei ihrem Vorstoß folgte.