OMAHA BEACH

Der risikoreichste Ort für die Landungsoperationen war sicherlich der Strand von Omaha Beach.

Der gewählte Landungssektor ist für einen Ansturm mit Amphibienfahrzeugen nicht ideal und birgt eine Reihe erheblicher Risiken. Dennoch stellt er die einzige Landungsmöglichkeit zwischen dem britischen Sektor Gold im Osten und Utah Beach, dem zweiten amerikanischen Strand im Weste, an der Küste des Cotentin dar. Das Küstengebiet des Bessin zwischen Grandcamp und Arromanches ist in der Tat von steilen Kalkfelsen gesäumt, die sich in bis zu 10 m Höhe über dem Meer erheben. Vor den Dörfern von Vierville, Saint-Laurent und Colleville jedoch zeichnet sich ein 6 bis 7 km langer Einschnitt ab, an dem die Küste in einer steilen Böschung zum Strand abfällt, über den man über kleine Talkessel Zugang hat. .

Dieser Standort ist aufgrund seiner topographischen Gegebenheiten leicht zu verteidigen. Hier findet man ganze vierzehn Widerstandnester, die in den meisten Fällen am Eingang der kleinen Talkessel, die vom Strand zur Hochebene führen, angesiedelt und zudem mit Panzerabwehrwällen versehen sind. Die Deutschen haben hier überall Kanonen, Maschinengewehrpositionen, Mörser, Minenfelder und Stacheldrahtzäune angebracht.

Im März 1944 erhielt der Strand den Code-Namen Omaha (einer Stadt im Staate Nebraska). Drei Monate soll er aufgrund der schrecklichen Verluste, die das 5. Corps des amerikanischen Heers bestehend aus der 1.Infanteriedivision (General Huebner) und der 29. Division (General Gerhardt) dort erlitten hatte unter dem Namen “Bloody Omaha” (Blutiger Strand von Omaha) in die Geschichte eintreten.

Die um 6:30 eintreffenden ersten Invasionswellen werden von einem heftigen Verteidigungsfeuer empfangen und am Strand zurückgehalten. Die in der Nacht erfolgten Bombardierungen aus der Luft und marinen Artilleriebeschüsse hatten Großteils ihr Ziel verfehlt. Die somit praktisch intakt gebliebenen deutschen Verteidigungslinien nehmen den Strand ein und bringen die angreifenden Soldaten zu Fall. Zu allem Unglück gehen die Schwimmpanzer noch bevor sie die Küste erreichen können fast alle unter und können den Infanteristen die so dringend notwendige Artillerieunterstützung nicht bieten. Im Laufe der Stunden soll die Situation immer schlimmer werden. Der durch die Flut immer enger werdende Strand ist mit Leichen, unzähligen Verletzten und den rauchenden Karkassen der von Granaten zerstörten Fahrzeuge übersäht. Die Verstärkung heranbringenden Landungsboote rammen auf den Rommelspargeln oder den Hindernissen auf, die die Pioniere nicht rechtzeitig wegschaffen konnten.

Nach einem mehrstündigen Leidensweg für die amerikanischen Soldaten entwickelt sich die Situation endlich zu ihren Gunsten. Da ein Durchbruch durch die solide verteidigten Täler unmöglich erscheint, gelingt es den GIs mit viel Mut und Energie am späten Vormittag endlich die Klippen zu überwinden und in kleinen Gruppen auf der Hochebene vorzudringen, um einen Feind zu überwältigen, der allmählich Schwäche zu zeigen beginnt.

Am Abend des D-Days ist der Brückenkopf von Omaha Beach kaum mehr 2 km tief. Die sehr schlecht begonnene Operation endete trotz allem mit einem Erfolg, doch dieser hatte einen sehr hohen Preis! Die Verluste belaufen sich auf mehr als 3.000 Mann (fünfzehn Mal mehr als bei Utah Beach), darunter, offiziell, eintausend Tote.