DER SEKTOR DER BRITISCHEN TRUPPEN

Im Osten der Ornemündung erstreckt sich eine Flachlandregion, die direkt an die Ebene von Caen und die Moorlandschaften der Dives anschließt und von den Deutschen im Jahr 1944 gewollt überschwemmt wurde. Hier müssen die Männer der 6. Airborne von General Gale am 5. und 6. Juni abspringen. Ihre wichtige Aufgabe ist es dabei, in dieser Zone Stellungen zu erobern, um die linke Flanke des Landungssektors, wo im Morgengrauen die Alliierten ihren Sturmangriff starten sollen, vor deutschen Gegenangriffen zu schützen. .

Einige Gruppierungen haben dabei ganz bestimmte Ziele zu erreichen. So ist das 2. Bataillon der Ox & Bucks (Oxfordshire & Buckinghamshire Light Infrantry) von Major Howard, von sechs Segelflugzeugen aus beauftragt, die beiden nacheinander über die Orne und ihren Kanal führenden Brücken von Ranville und Bénouville einzunehmen und dabei deren Zerstörung zu vermeiden. Die Brücken bilden die einzigen Flussübergänge zwischen Caen und dem Meer und sollen den am Sword Beach gelandeten Truppen die Möglichkeit bieten, möglichst rasch die Luftlandedivisionen zu verstärken. Die kurz nach Mitternacht gestartete, waghalsige Operation gelingt ohne größere Schwierigkeiten.

Gleichzeitig muss man umgekehrt eine Reihe von Brücken über die Dives und deren Zufluss, die Divette, zerstören, um ein schnelles Eingreifen, der im Osten des Flusses stationierten deutschen Truppen der 15. Armee zu verhindern. Das wagemutige Unterfangen von Major Rosevere und seiner Handvoll Männer, die mit einem Jeep durch das kleine Dorf Troarn rasen, um die Saint-Samson-Brücke zu sprengen, ist in die Geschichte eingegangen.

Das Fallschirmbataillon von Leutnant-Colonel Otway wiederum hat die Aufgabe, die Batterie von Merville einzunehmen, von der einige Elemente erheblichen Schaden auf den nahegelegenen Landungsstränden anrichten konnten. Und obwohl es an Männern fehlt, wird der Ansturm durchgeführt. Nach erbitterten Kämpfen, aus denen auf deutscher Seite nur wenige Überlebende hervorgehen sollen, wird die Stellung eingenommen. Wenn auch die vor Ort vorgefundenen Artillerieausstattungen ein niedrigeres Kaliber aufweisen als man anfänglich geglaubt hat, können durch den Ansturm der Fallschirmspringer des 9. Bataillons doch zahlreiche Leben am Strand von SWORD gerettet werden.

Während dieser Zeit hat ein Großteil der 6. Airborne kurz vor 1 Uhr morgens auf dem Boden der Normandie Fuß gefasst, wenn dies auch mit einer Reihe von Fehlschlägen einherging. Zahlreiche Männer haben sich verlaufen und einige sind direkt in der Sumpflandschaft gelandet. Das gegen 2h30 eingenommene Dorf Ranville hat das Privileg, die erste von den Alliierten eroberte Stadt Frankreichs zu sein. Kurz danach soll eine Welle von Segelfliegern Nachschubtruppen und -geschütze bringen. Gegen Ende des Tages soll eine weitere folgen.   

Angesichts der ersten deutschen Gegenangriffe wird rasch ein Verteidigungsgürtel rund um die Brücken von Bénouville und Ranville eingerichtet, wo die ersten von Sword Beach kommenden Verstärkungen zu Beginn des Nachmittags eintreffen und die Verbindung mit den Fallschirmspringern der 6. Airborne herstellen sollen.