DER SEKTOR DER AMERIKANISCHEN TRUPPEN

Um den Sektor von Utah Beach, auf der Westseite der Landungszone zu schützen, beschließt der alliierte Generalsstab während der dem Ansturm vorausgehenden Nacht zwei Fallschirmspringerdivisionen abzulassen, deren Aufgabe es sein soll, die deutschen Angriffspositionen zu schwächen. Die 82. Airborne von General Ridgway muss dabei insbesondere den wichtigen Straßenknoten von Saint-Mère-Église und die Brücken über den Merderet-Fluss einnehmen. Die 101. Airborne unter dem Kommando von General Taylor soll sich wiederum bemühen, die Kontrolle über die Strandausgänge hinter Utah Beach zu nehmen.

Zwischen Mitternacht und 3 Uhr morgens lassen rund eintausend C-47“Dakota” Transportflugzeuge über dem Cotentin rund 13 000Fallschirmspringer ab. Doch die Operation erfolgt insgesamt unter sehr schlechten Bedingungen. Aufgrund der FLAK-Angriffe werden zahlreiche Flugzeuge gezwungen, sich rasch in Sicherheit zu bringen und abzudrehen; deshalb fliegen sie entweder in zu hohen Höhen oder mit zu großer Geschwindigkeit. Infolgedessen landen viele Fallschirmspringer weitab von der ihnen ursprünglich zugewiesenen “Drop Zone” und finden sich oftmals mehr als zehn Kilometer vom vorgesehenen Ort entfernt. Viele von Ihnen verirren sich, verheddern sich in den Bäumen oder versinken in den Sümpfen; einige von ihnen ertrinken sogar. Mehrere “Sticks” landen in der Dorfmitte von Sainte-Mère-Église wo sie von den tödlichen Geschützen der deutschen Garnison in Empfang genommen wurden.

Um 4 Uhr morgens werden rund einhundert Waco-Segelflieger mit Verstärkung und Material über der Normandie abgelassen. Viele von ihnen verunglücken bei der Landung in den Hecken. Bei dieser Operation fand auch General Don Pratt, der stellvertretende Kommandant der 101. Airborne den Tod.

Zahlreiche Einheiten sind somit nicht in der Lage, sich zu den vorgesehenen Manövern zu gruppieren. Glücklicherweise hat diese Zerstreuung der alliierten Truppen eine völlige Verwirrung der Deutschen zur Folge, das sie nicht in der Lage sind, die Stärke und die Positionen des Gegners auszumachen. Die während der Nacht im Hinterland der Normandie ausgetragenen Kämpfe sind deshalb ebenso sporadisch wie desorganisiert.

Gegen 4:30 Uhr jedoch gelingt es einem Bataillon der 82. Airborne unter dem Kommando von Leutnant Colonel Edward Krause, Sainte-Mère-Église einzunehmen.

Am darauffolgenden Morgen benötigen die Fallschirmspringer noch mehrere Stunden, um sich zu gruppieren, bevor sie am frühen Nachmittag in der Nähe von Pouppeville erstmals Verbindung mit den im Morgengrauen am Strand von Sainte-Marie-du-Mont gelandeten Vorstoßtruppen der 4. Infanteriedivision Verbindung aufnehmen können.