DIE EINWOHNER DER NORMANDIE UND IHRE BEFREIER

In den befreiten Regionen entdecken die Einwohner der Normandie endlich die so lange erwarteten Soldaten. Doch die Kämpfe und vor allen Dingen die Bombardierungen haben zu viele Ruinen und Trauer hinterlassen, als dass es zu ungehinderten Freudenausbrüchen hätte kommen können.

Dennoch bereitet die Bevölkerung ihren Befreiern einen guten Empfang. In aller Eile werden Banderolen, Fahnen und sogar Kleider in den Farben des Union Jack oder der Stars and Stripes hergestellt.

Allerorts wird das erste Zusammentreffen mit einem Glas gefeiert. Die Keller werden großzügig geöffnet. Die Alliierten entdecken Cidre und den harten Calvados-Schnaps. Die Bewohner der Normandie wieder machen sich erneut mit dem Geschmack von Schokolade und Tabak vertraut und entdecken das Vergnügen des Kaugummikauens.

Die Beziehungen zu den Briten sind herzlich und besonders warm zu den französischsprachigen Kanadiern. Die ersten Kontakte zu den Amerikanern sind eher zurückhaltend. Sie zeigen sich zunächst misstrauisch. Freund? Feind? Wie konnte man es genau wissen? Mehr als ein GI lässt das Gericht oder das Glas, das man ihm reicht zunächst kosten, bevor sich die Zurückhaltung legt und einer offenen Freundschaft Platz macht.

In Cherbourg, der ersten von den Amerikanern befreiten großen Stadt, die nahezu intakt geblieben ist, finden Ende Juni unglaubliche Freudenszenen statt. Beim Durchbruch Ende Juli erhalten die amerikanischen Kolonnen einen triumphalen Empfang und müssen oft anhalten, um Blumen, Umarmungen und warme Händedrucke entgegenzunehmen.